8. Ziele – Vom Wünschen zum Haben!

Hier könnt ihr das Worksheet zur Folge herunterladen: Worksheet PDF

Kennt ihr das, wenn ihr euch zum Ende des Jahres hin mit den Gedanken schon in das neue Jahr traut? Und dann ploppen vielleicht die ein oder anderen Sachen auf, die ihr gern verändern möchtet? Und so ein neues Jahr ist ja so ein cooler Zeitpunkt, um große Veränderungen anzugehen…. Endlich mehr Gas geben im Job, die Selbstständigkeit wagen, sich mit dem Kollegen zusammenraufen oder den Sprung aus dem Unternehmen und rein in ein neues wagen… Wenn ihr wissen wollt, was das alles mit Psychologie und Flüssen zu tun hat, dann bleibt dran!

Hallo ihr Lieben,

wie schön, dass wir uns auch in der achten Podcastfolge hören. Lasst uns in das neue Thema ZIELE eintauchen, zu dem es wieder 2 Folgen geben wird. Heute ist es etwas theoretischer, beim nächsten Mal dafür etwas praktischer und persönlicher 😊 Unter www.manege-frei.com bzw. den Shownotes gibt es wieder ein Arbeitsblatt zum Downloaden und Nutzen!

Nur allzu oft werden aus den in der Einleitung erwähnten Wünschen nicht Taten, sondern sie bleiben halbherzige Vorsätze. Manch einer versucht es vielleicht zumindest und durchstöbert mal ein paar Stellenanzeigen, aber spätestens, wenn es um das Aktualisieren der eigenen Bewerbung geht, verliert das Thema „Neues Jahr, neuer Job“ seine Wichtigkeit und man ergibt sich dem beruflichen Alltagstrott. Kennen wir alle in irgendeiner Form, oder?

Naja, wahrscheinlich ist die Podcast- und Instawelt voll mit grandiosen Impulsen rund um das Thema Ziele. Dazu gibt es auch sehr sehr viel zu philosophieren und experimentieren und ich selbst bin ein großer Ziele-Fan – beruflich, aber auch privat. Aber dazu mehr in der zweiten Folge…

Ich möchte euch heute ein psychologisches Modell vorstellen, was versucht zu erklären, was nötig ist, um in Schwung und in die Handlung zu kommen, nachdem man sich etwas vorgenommen hat.

Und zwar geht es um das Rubikonmodell (oder auch handlungspsychologische Phasenmodell für die Pros unter euch) von Heckhausen.

Ich berichte euch die Light-Version davon, da so ein Podcast wahrscheinlich nicht das geeignetste Medium ist, um komplexe Modelle nur rein auditiv zu vermitteln. Folgt uns aber gern bei Instagram unter manegefrei_podcast, dann gibt es immer noch weitere visuelle Impulse zu den Folgen…

Das Modell geht von 4 verschiedenen Phasen aus:

1. Prädezisionale Phase (Abwägen, Grübeln VOR einer Entscheidung „decision“)

2. Präaktionale Phase (Planen, das Konkrete durchgehen der Schritte VOR einer Handlung „action“)

3. Aktionale Phase (Handeln „action“, ich mache das, was ich mir vorgenommen habe)

4. Postaktionale Phase (Bewertung NACH einer Handlung „action“)

Beispiel: Ich möchte im neuen Jahr gern einen Arbeitsplatz finden, der besser zu mir und meinen Qualifikationen passt!

Irgendwann bekomme ich die Zusage und starte meinen neuen Arbeitstag in meinem neuen Unternehmen – wohooo!

[Beispiele zu den Phasen gibt es im Podcast]

Vielleicht fragt ihr euch bei den ganzen logischen (und hoffentlich selbst schonmal durchlebten) Phasen, was daran jetzt das Erfolgsversprechende ist und was es nun mit diesem Fluss auf sich hat?

Nunja, Menschen mit guten geografischen Kenntnissen von Europa wüsste, dass der Rubikon ein Fluss in Italien ist. Und dieser verleiht dem Modell auch seinen Namen. Neben diesen 4 Phasen gibt es nämlich noch einige andere wichtige Sachen. Unter anderem diesen Rubikon. Das ist der mentale Fluss, den ich durchqueren oder überspringen muss, wenn ich mein Ziel erreichen will. Wenn ich das geschafft habe, ist das in vielen Fällen schon die halbe Miete!

Und dieser reißende Fluss, der Spreu und Weizen trennt, spannt sich zwischen den ersten 2 Phasen auf. Zwischen dem Abwägen und dem konkreten Planen liegt noch ein Zauberwörtchen: Entschluss (oder Vorsatz, Intention).

Und wer sich innerlich JA sagt, zu seinem Ziel/Wunsch/Vorhaben steht, der hat eine viel höhere Wahrscheinlichkeit, auch in die Planungs- und Durchführungsphase zu kommen. Durch diesen tatsächlich gefassten Entschluss entstehen erst konkrete Durchführungsabsichten…ein weiteres Zauberwörtchen in dem Modell.

Diese Absichten bestimmen nach Gollwitzer (1999) nämlich, was wann wie wo passieren muss, um ein Ziel zu erreichen …quasi nach dem Wenn-Dann-Prinzip:

WENN ich mir Zeit für eine Job und Arbeitsmarktrecherche nehme und mich zusätzlich mal mit meiner Freundin hinsetze, um meinen Lebenslauf aufzuhübschen, DANN habe ich reale Chancen, für mich passende Unternehmen zu finden und mich interessant für sie zu machen!

Dieses Commitment, also die Zielbindung geht auch mit einer gewissen Selbstverpflichtung einher, sodass es einfach wahrscheinlicher ist, dass es auch umgesetzt wird.

Man kann sich auf 3 Bereiche stürzen (Stadler, Oettingen & Gollwitzer, 2005):

1. HindernisseWenn meine Freundin nicht ans Telefon geht, nicht zurückschreibt oder keine Zeit hat, dann frage ich stattdessen meinen Bürokollegen. Der kennt sich da eigentlich auch ganz gut aus und ist leichter verfügbar. (Plan B parat haben)

2. Vorbeugen - Damit ich überhaupt Zeit für die Recherche und einen Nachmittag mit meiner Freundin habe, muss ich mir die erstmal freischaufeln und z. B. mit meinem Partner feste Zeitfenster verabreden, in denen ich mich der Sache widmen kann

3. Gute Gelegenheit - Wenn ich einmal mit der Freundin zusammensitze, kann ich sie auch gleich nochmal bzgl. ihrer Einschätzung des Arbeitsmarktes und nach allgemeinen Hinweisen fragen. Vielleicht geht sie mit mir sogar ein Bewerbungsoutfit shoppen und wir machen es uns nett

Kleine Zusammenfassung und Einordnung des Modells:

  • 4 Phasen: Abwägen, Planen, Handeln und Bewerten
  • Zwischen Abwägen und Planen liegt der Rubikon, den es zu überqueren gilt, indem man einen Entschluss fasst und sich an das Ziel bindet
  • Durchführungsabsichten helfen einem, auch eine Handlung zu initiieren
  • sie können in 3 Bereichen entstehen: Hindernisse, Vorbeugen und gute Gelegenheiten

Vor- und Nachteile des Modells werden im Podcast erläutert